Vier Jahre, die formen.
Theoretisches Fundament, klinische Praxis, Supervision und Selbsterfahrung — gestaltet für Psycholog:innen, die neben der Arbeit in Klinik oder Praxis den eidgenössisch anerkannten Fachtitel anstreben.
Zwei Phasen, ein Weg.
Das Curriculum orientiert sich am SVNP/EAN-Referenzrahmen. Die ersten zwei Jahre bauen das diagnostische und klinische Fundament (DAS-äquivalent). Die folgenden zwei Jahre vertiefen Spezialthemen, Neurotherapie und wissenschaftliche Arbeit (MAS-äquivalent).
Was gelehrt wird.
Jahr 1 und 2 · ca. 350 Lektionen
Neuroanatomie & Funktionssysteme
Hirnstrukturen, Funktionssysteme, Plastizität, Alterung. Grundlage für alle weiteren Module — kein Befund ohne Vorstellung der Systeme, die ihn verursachen.
Neuropsychologische Diagnostik
Testtheorie, Psychometrie, Assessment-Planung, Interpretation. Arbeit mit Paper-Pencil-Verfahren und validierten digitalen Testsystemen.
Klinische Neuropsychologie I
Die häufigen Syndrome: Aphasie, Apraxie, Neglect, Gedächtnisstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, exekutive Dysfunktionen. Am Fall gelehrt.
Rehabilitation & Therapie I
Kognitives Training, Kompensationsstrategien, Transferplanung. Von der Einzelsitzung bis zum interdisziplinären Reha-Plan.
Psychosoziale Dimensionen
Adjustment to Illness, Angehörigenarbeit, berufliche Reintegration. Die Umgebung, in die eine Diagnose zurückkehrt.
Forschungsmethodik
Studiendesign, Statistik, Ethik. So viel, wie für fundierte Lektüre und die eigene Abschlussarbeit nötig ist.
Jahr 3 und 4 · ca. 350 Lektionen
Klinische Neuropsychologie II — Spezialthemen
Vertiefung: Schlaganfall, traumatische Hirnverletzung, Demenzen, pädiatrische Neuropsychologie, psychiatrische Komorbiditäten.
Neurotherapie
Der Namensbestandteil des Instituts. Neurofeedback, kognitive Stimulation, neuropsychotherapeutische Interventionen. Wo Diagnostik endet und Therapie beginnt — und wo die Grenze gerade aufgelöst wird.
Neuroimaging & Biomarker
fMRI, DTI, PET, genetische Marker. Genug, um Befunde zu verstehen und interdisziplinär sprechfähig zu sein.
Interdisziplinäres Fallmanagement
Kommunikation mit Neurologie, Psychiatrie, Physio-, Ergo- und Logopädie. Der Fall gehört dem Team — die Verantwortung der Fachperson.
Ethik & Berufsrecht
PsyG, Berufsgeheimnis, Datenschutz, Versicherungskontext. Die rechtlichen Linien, in denen Neuropsychologie tatsächlich stattfindet.
Wahl-Spezialisierung & Abschlussarbeit
Vertiefung in einem selbstgewählten Feld: Neurorehabilitation, pädiatrische Neuropsychologie, Alter, forensische Neuropsychologie. Begleitet von der schriftlichen Abschlussarbeit.
Dort lernen, wo Menschen sind.
Der eidgenössisch anerkannte Fachtitel verlangt mindestens 3 600 Stunden supervidierter Praxis in zwei unterschiedlichen Settings. Das IKNN begleitet Teilnehmende dabei, geeignete Praxisstellen zu finden und zu strukturieren.
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Ambulant
Praxen und ambulante Fachambulanzen
Neuropsychologische Praxen mit breitem diagnostischem und therapeutischem Spektrum. Einzelfall-Supervision, strukturierte Berichte, eigenständige Fallführung nach Einarbeitung.
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Stationär
Kliniken und Reha-Zentren
Neurorehabilitation, akute Neurologie, Memory Clinics. Komplexere Fälle, höhere Fallzahlen, interdisziplinäre Visiten. Mindestens ein Setting dieser Art ist vorgeschrieben.
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Kooperation
Anerkannte Weiterbildungsstätten der Ostschweiz
Das IKNN baut seit 2026 ein Netz von kooperierenden Einrichtungen auf. Angestrebt sind verbindliche Kooperationsverträge mit mindestens vier stationären und fünf ambulanten Häusern.
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Logbuch
Lückenlose Dokumentation
Alle Einheiten werden pseudonymisiert dokumentiert, monatlich durch die Weiterbildungsstätte geprüft, quartalsweise durch die Institutsleitung. Grundlage für die Anerkennung durch SVNP und BAG.
Wo Haltung entsteht.
Supervision ist am IKNN kein nachgeordnetes Element. Sie ist der Ort, an dem klinisches Wissen zu Urteilsvermögen wird. Wir planen kleinere Gruppen als üblich, mehr Einzelsupervision und eine frühe Bindung zwischen Supervisor:in und Kandidat:in.
Wie geprüft wird.
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Ende Jahr 1
Zwischenstandsgespräch
Strukturiertes Feedback auf Grundlage Logbuch, Supervisionseinschätzung und zwei schriftlicher Fallvignetten. Kein Ausschluss, aber ein klares Bild.
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Ende Jahr 2
Diagnostik-Prüfung
Schriftliche Arbeit zur eigenständigen Fallführung in der Diagnostik, mit mündlicher Verteidigung. Abschluss der Fundament-Phase.
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Jahr 3 und 4
Zwei dokumentierte Fallarbeiten
Je ein Fall aus Diagnostik und einer aus Therapie / Rehabilitation, schriftlich dokumentiert (je 10–15 Seiten), im Kolloquium vorgestellt.
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Ende Jahr 4
Abschlussarbeit & Kolloquium
Schriftliche Arbeit von 30–50 Seiten — Fallstudie, Literaturübersicht oder empirische Kleinstudie. Mündliche Verteidigung vor einem Gutachter:innen-Duo.
Was es kostet.
Die Gebühren werden im Frühjahr 2027 verbindlich kommuniziert. Als Orientierung nennen wir hier den vorgesehenen Rahmen — vergleichbar mit anderen akkreditierten Schweizer Weiterbildungsgängen.
Ein Gespräch beginnen.
Das Curriculum wird bis Q4 2026 finalisiert. Erste Informationsveranstaltungen sind für Ende 2027 geplant. Tragen Sie sich gern in den Verteiler ein — oder schreiben Sie direkt.